Kachel mit einem Megaphon und dem Schriftzug "Das haben sich die Jugendlichen selbst aufgebaut!"

Wer jung ist, darf nicht leiser werden.

Die immer wunderbaren Tocotronic singen in ihrem eher lauten Lied Let there be rock die passende Zeile „Das haben sich die Jugendlichen selbst aufgebaut“

Denn das ist es, was Jugendverbandsarbeit ausmacht. So ist unser Auftrag – jetzt wird es etwas lahm – aus dem Sozialgesetzbuch: „In Jugendverbänden und Jugendgruppen wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet.“ Gleichwohl: wie viel dieser Verantwortung können denn – demografisch betrachtet – immer weniger junge Menschen übernehmen. Und die Erwartungen an unsere Arbeit steigen auch zunehmend. Wir sollen mehr junge Menschen erreichen, Demokratie stärken, Resilienz fördern, Krisen bewältigen und ehrenamtliches Engagement ermöglichen. Das alles bei zunehmend volatilen Zeiten. Wir tragen und bewältigen diese wichtigen Aufgaben und Anforderungen. Aber hierfür braucht es Verlässlichkeit

Deutschland überaltert, und die Stimmen von jungen Menschen verlieren immer mehr an Gewicht. Von Jahr zu Jahr. Deutschland wird älter. Bayern auch. Das ist keine Wertung, sondern eine demografische Realität. Doch aus dieser Realität entstehen politische Entscheidungen – und genau dort beginnt die Herausforderung für uns als Jugendverbände, für uns als Bayerisches Jugendrotkreuz. Dort wo Ressourcen knapper werden, richtet sich der Blick schnell auf die Mehrheit. Und die wird älter. Das Risiko liegt auf der Hand: Die Interessen junger Menschen geraten leichter aus dem Blick. Nicht, weil sie weniger wichtig wären, sondern weil sie zahlenmäßig weniger Gewicht haben. Und weil sie noch nicht wählen darf. Demokratie lebt von Mehrheiten. Gute Gesellschaftspolitik aber lebt davon, auch weniger große Gruppen und künftige Generationen im Blick zu behalten.

Jugendarbeit ist weit mehr als ein freiwilliges Freizeitangebot. Sie schafft Räume, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen, Demokratie erleben und Solidarität praktisch erfahren.

Wer hier spart oder ihre Bedeutung kleinredet, spart nicht nur an einem Verband – sondern an der Zukunft unseres Gemeinwesens. Als Bayerisches Jugendrotkreuz dürfen wir uns deshalb nicht darauf beschränken, gute Angebote zu machen. Wir müssen uns selbstbewusst vertreten, klar machen, dass Investitionen in Kinder und Jugendliche keine freiwillige Ausgabe sind, sondern eine Verpflichtung. 


 

Das bedeutet nicht, Interessen gegeneinander auszuspielen. Es geht nicht um Jung gegen Alt. Im Gegenteil: Eine solidarische Gesellschaft braucht alle Generationen. Aber Solidarität funktioniert nur, wenn diejenigen, die weniger Einfluss haben, eine starke Stimme bekommen. Nicht laut um der Lautstärke willen, sondern klar in der Sache. Denn wer heute für die Interessen junger Menschen eintritt, gestaltet nicht nur ihre Gegenwart und Zukunft – sondern die unserer Gesellschaft.

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Jörg Duda ist Geschäftsführer des Bayerischen Jugendrotkreuzes. 

Im Blog des Bayerischen Jugendrotkreuzes überwiegt die persönliche Meinung, sie steht über den Inhalten. So gelingt es den Autorinnen und Autoren Themen ausführlich aufzubereiten, zum Nachdenken einzuladen und Diskussionen zu erzeugen.

Die Beiträge im JRK-Bayern-Blog erscheinen unregelmäßig regelmäßig. 

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